
Unbeschwertheit. Lebensfreude. Glück.
Das sind Subjekte, die uns in den Sinn kommen, wenn wir an „Kindheit“ denken.
Die Kindheit hatte etwas Unbeschwertes, wenn vielleicht auch nicht für jeden schön, war es dennoch eine Zeit, in der man sich keine Sorgen darüber machen musste, wie sein Leben weiterhin verläuft, wie man genug Geld nach Hause bringen kann und wie man mit Problemen umgeht.
Kindheit bedeutete, die größte Sorge war, dass man noch 364 Tage auf seinen nächsten Geburtstag warten muss. Das schlimmste Ereignis war die Eiskugel, die auf den Boden fällt, da ein schneller Passant einen nicht gesehen hatte. Man spielte den ganzen Tag mit seinen Freunden, die man im Kindergarten kennen lernte und von denen man so viele hatte.
Fernab davon gibt es aber auch Kinder, denen Grauen widerfährt. Der Kinderhandel ist heutzutage eines der größten illegale Geschäfte neben Drogen- und Waffenhandel. Jährlich, so schätzt die UN, werden circa 1,7 Milliarden Dollar Umsatz mit Kindern gemacht. Sie werden von Eltern mit wenig oder kaum Einkommen verkauft, mit falschen Versprechen gelockt oder einfach entführt. Entgegen des allgemeinen Glaubens spielt sich der Kinderhandel nicht nur in dritten Welt Ländern ab, sondern auf der ganzen Welt. Verschiedene Schwerpunkte gibt es allerdings. In Europa werden Kinder, oftmals aus osteuropäischen Ländern, zur Adoption freigegeben. Kinderlose Paare haben dann die Möglichkeit Kinder, die entführt wurden und oftmals Eltern haben, zu adoptieren. Nicht qualifizierte Paare und jene, die den Zeitaufwand umgehen wollen, bekommen so ein Kind.
Andere Kinder werden als Soldaten missbraucht. Jungen, meisten kaum älter als 14 Jahre, müssen in den Krieg und sogar Menschen töten. Was es für ein Kind bedeutet, Zerstörung, Wut, Aggressivität und Mord zu erleben, vermag sich keiner vorstellen.
Die meisten Mädchen werden als Zwangsprostituierte verkauft. Viele werden durch falsche Model-Agenturen angelockt, vor allem in osteuropäischen Ländern ist der Erfolg groß. Viele Mädchen sehen wie es ihren Eltern geht, dass sie trotz harter Arbeit am Ende des Monats kaum Geld übrig haben. Sie sehen und wissen, dass sie keine Zukunftsmöglichkeiten haben und sehen in Verwirklichung ihren Traums, dem Modeln, ihre große Chance in die Welt zu kommen und ihre Familie zu unterstützen. Dass es sich bei den Agenturen nur um vermeintliche handelt, ist ihnen nicht bewusst. Angekommen im Zielland nehmen ihnen Zuhälter ihre Pässe ab, um ihnen so die Möglichkeit zurück in ihr Heimatland zu kommen verwehren. Die Mädchen, manche nicht ein mal 5 Jahre alt, müssen sich nun an ältere Männer verkaufen. Sie werden häufig mehrmals am Tag zum Sex gezwungen.
Fluchtversuche werden dadurch ausgeschlossen, dass Zuhälter eine Verbindung zu den Kindern eingehen. Da auch viele Frauen dazu gehören, entwickeln diese manchmal sogar ein Mutter-Tochter-Verhältnis. Andere werden zum Bleiben gezwungen, indem ihnen gedroht wird, dass ihre Familie oder auch Kinder umgebracht werden, sollten sie nur versuchen zu entkommen.
Wichtig ist, dass alle Staaten zusammenarbeiten und sich jeder darüber bewusst wird, was überall passieren kann. Auch wenn in Deutschland eine Mentalität des Weggucken herrscht, dürfen wir diese Kinder nicht im Stich lassen. Alle müssen darüber aufgeklärt sein, dass jeder in potenzieller Gefahr ist. Eltern dürfen sich nicht in der Not fühlen, ihre Kinder verkaufen zu müssen, um allen ein Überleben zu garantieren. Der Staat muss die Initiative ergreifen und eine wirtschaftliche Änderung und damit eine Basis schaffen, die den Handel nicht zulässt.
Schlagworte: Kinder, Kinderhandel, Misshandlung, Trauer, Zuhälter, Zwangsprostitution